Siegener Hauptüberschiebung (Kirchen): Unterschied zwischen den Versionen

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==Die Kirchener Loreley==
 
==Die Kirchener Loreley==
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Der Siegerland-Wied Distrikt ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges, ein Falten-Vorland Überschiebungsgürtel, der während der Varistischen
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Der Siegerland-Wied Distrikt ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges, ein Falten-Vorland Überschiebungsgürtel, der während der Varistischen Gebirgsbildung durch tektonischen Zusammenschub eines flachen Devon-Schelfmeeres im beginnenden Oberkarbon um 314 Millionen Jahren entstanden ist.<br>
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Gebirgsbildung durch tektonischen Zusammenschub eines flachen Devon-
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Schelfmeeres im beginnenden Oberkarbon um 314 Millionen Jahren
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Die im Hintergrund sichtbaren Felsen am Prallhang der Sieg bestehen aus schwach metamorphen Tonschiefern, Silt- und Sandsteinen der unterdevonischen Hamberg Schichten. Diese sind Teil einer geologischen Verwerfungszone, einem Ast der Siegener Hauptaufschiebung, die sich nordöstlich Betzdorf verzweigt und den Faltenbau in einzelne Schuppen untergliedert.<br>
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entstanden ist.
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Die im Hintergrund sichtbaren Felsen am Prallhang der Sieg (Abb.1, 2) bestehen
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Strukturgeologisch grenzt hier die Kirchener Schuppe im Nordwesten an die Molzberg Schuppe. Hamberg Schichten der obersten Unteren Siegener Schichten sind auf ungegliederte bandflaserige bis flaserige Tonschiefer und Sandsteine der Mittleren Siegener Schichten aufgeschoben.<br>
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aus schwach metamorphen Tonschiefern, Silt- und Sandsteinen
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der unterdevonischen Hamberg Schichten. Diese sind Teil einer geologischen
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Molzberg- und Kirchener Schuppe sind Teil einer größeren Baueinheit, der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone. Der ansonsten charakteristische, relativ gleichförmig, NE-SW streichende Faltenbau ist durch eine intensive Störungstektonik überprägt. Prägendes Element ist die Siegener Hauptaufschiebung, die sich zur Erdoberfläche hin in mehrere Äste aufspaltet. Nordwestlich der Molzberg-Schuppe bildet der nördliche Ast der Siegener Hauptaufschiebung mit einem größeren Versatzbetrag die Grenze zwischen Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone und Freudenberg-Wehbacher Faltenzone.<br>
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Verwerfungszone, einem Ast der Siegener Hauptaufschiebung, die
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sich nordöstlich Betzdorf verzweigt und den Faltenbau in einzelne Schuppen
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Diese bis in 12 km Tiefe reichende, konkav zur Erdoberfläche hin gekrümmte Störung war eine bedeutende Wegsamkeit für den Aufstieg hydrothermaler, metallführender Fluide in die obere Erdkruste.<br>
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untergliedert.
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Strukturgeologisch grenzt hier die Kirchener Schuppe im Nordwesten an
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Während der Hauptfaltungsphase kam es zum Zusammenschub der Sedimentbeckenfüllung. Faltung und Schieferung wurden angelegt. Im Zuge der nach NW gerichteten Pressung öffneten sich, symmetrisch zum Faltenbau, in N-S und E-W Richtung verlaufende Diagonalscherspalten als Schrägabschiebungen, die sich überwiegend mit Siderit und Quarz, aber auch Ankerit und örtlich mit Eisensulfiden füllten. Während der weiteren Faltung und Einengung wurde eine raumgreifende Nordwest vergente Schieferung angelegt, und es kam schließlich zum Überwiegen der Störungstektonik gegenüber der Faltung. Aufschiebungs- und Schrägaufschiebungssysteme dominierten während dieses Stadiums die Deformation und es kam zur Heraushebung des Gebirges.<br>
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die Molzberg Schuppe (Abb.2). Hamberg Schichten der obersten Unteren
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Siegener Schichten sind auf ungegliederte bandflaserige bis flaserige Tonschiefer
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Durch die Störungsaktivität wurden bereits vorhandene Gangsysteme reaktiviert, und neue Gänge angelegt. In der Spätphase dieser Heraushebung kam es wiederum zu schrägabschiebenden, raumschaffenden Bewegungen.<br>
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und Sandsteine der Mittleren Siegener Schichten aufgeschoben.
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Molzberg- und Kirchener Schuppe sind Teil einer größeren Baueinheit,
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Besonders im Bereich der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone kam es dabei zur Aufwärtsbewegung Hydrothermaler Fluide und der Bildung goldführender Quarz-Kobalt- ± Kupfererzgänge. Einer der bedeutendsten Vererzungen dieser Art findet sich in der Kirchener Schuppe auf der [[Grube Alexander (Kirchen)|Kobalterzgrube Alexander]] , einige hundert Meter weiter südlich des Standortes gelegen.<br>
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der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone. Der ansonsten charakteristische,
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relativ gleichförmig, NE-SW streichende Faltenbau ist durch eine
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Weitere Kobalterzvorkommen finden sich auf den Gruben Alexis, Alexandrine, Junger Alexander, Junger
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intensive Störungstektonik überprägt. Prägendes Element ist die Siegener
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Wald und Rehzug.<br>
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Hauptaufschiebung, die sich zur Erdoberfläche hin in mehrere Äste
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aufspaltet. Nordwestlich der Molzberg-Schuppe bildet der nördliche Ast
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''Verfasser: Dr. Andre Hellmann''
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der Siegener Hauptaufschiebung mit einem größeren Versatzbetrag die
 
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Grenze zwischen Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone und Freudenberg-
 
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Wehbacher Faltenzone. Diese bis in 12 km Tiefe reichende, konkav zur
 
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Erdoberfläche hin gekrümmte Störung war eine bedeutende Wegsamkeit
 
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für den Aufstieg hydrothermaler, metallführender Fluide in die obere Erdkruste.
 
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Während der Hauptfaltungsphase kam es zum Zusammenschub der Sedimentbeckenfüllung.
 
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Faltung und Schieferung wurden angelegt. Im Zuge
 
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der nach NW gerichteten Pressung öffneten sich, symmetrisch zum Faltenbau,
 
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Besonders im Bereich der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone kam es
 
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dabei zur Aufwärtsbewegung Hydrothermaler Fluide und der Bildung
 
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Vererzungen dieser Art findet sich in der Kirchener Schuppe auf der Kobalterzgrube
 
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Alexander (Nr. 1 in Abb.2), einige hundert Meter weiter südlich
 
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des Standortes gelegen. Weitere Kobalterzvorkommen finden sich
 
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auf den Gruben Alexis (2), Alexandrine (3), Junger Alexander (4), Junger
 
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Wald (5) und Rehzug (6).
 
  
 
[[Kategorie: Verbandsgemeinde Kirchen]]
 
[[Kategorie: Verbandsgemeinde Kirchen]]
 
[[Kategorie: Kirchener Heimatverein e.V.]]
 
[[Kategorie: Kirchener Heimatverein e.V.]]
 
[[Kategorie: Geologie des Westerwaldes]]
 
[[Kategorie: Geologie des Westerwaldes]]

Aktuelle Version vom 15. Oktober 2026, 13:33 Uhr

Siegener Hauptüberschiebung (Kirchen)
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Die Kirchener Loreley

Der Siegerland-Wied Distrikt ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges, ein Falten-Vorland Überschiebungsgürtel, der während der Varistischen Gebirgsbildung durch tektonischen Zusammenschub eines flachen Devon-Schelfmeeres im beginnenden Oberkarbon um 314 Millionen Jahren entstanden ist.

Die im Hintergrund sichtbaren Felsen am Prallhang der Sieg bestehen aus schwach metamorphen Tonschiefern, Silt- und Sandsteinen der unterdevonischen Hamberg Schichten. Diese sind Teil einer geologischen Verwerfungszone, einem Ast der Siegener Hauptaufschiebung, die sich nordöstlich Betzdorf verzweigt und den Faltenbau in einzelne Schuppen untergliedert.

Strukturgeologisch grenzt hier die Kirchener Schuppe im Nordwesten an die Molzberg Schuppe. Hamberg Schichten der obersten Unteren Siegener Schichten sind auf ungegliederte bandflaserige bis flaserige Tonschiefer und Sandsteine der Mittleren Siegener Schichten aufgeschoben.

Molzberg- und Kirchener Schuppe sind Teil einer größeren Baueinheit, der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone. Der ansonsten charakteristische, relativ gleichförmig, NE-SW streichende Faltenbau ist durch eine intensive Störungstektonik überprägt. Prägendes Element ist die Siegener Hauptaufschiebung, die sich zur Erdoberfläche hin in mehrere Äste aufspaltet. Nordwestlich der Molzberg-Schuppe bildet der nördliche Ast der Siegener Hauptaufschiebung mit einem größeren Versatzbetrag die Grenze zwischen Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone und Freudenberg-Wehbacher Faltenzone.

Diese bis in 12 km Tiefe reichende, konkav zur Erdoberfläche hin gekrümmte Störung war eine bedeutende Wegsamkeit für den Aufstieg hydrothermaler, metallführender Fluide in die obere Erdkruste.

Während der Hauptfaltungsphase kam es zum Zusammenschub der Sedimentbeckenfüllung. Faltung und Schieferung wurden angelegt. Im Zuge der nach NW gerichteten Pressung öffneten sich, symmetrisch zum Faltenbau, in N-S und E-W Richtung verlaufende Diagonalscherspalten als Schrägabschiebungen, die sich überwiegend mit Siderit und Quarz, aber auch Ankerit und örtlich mit Eisensulfiden füllten. Während der weiteren Faltung und Einengung wurde eine raumgreifende Nordwest vergente Schieferung angelegt, und es kam schließlich zum Überwiegen der Störungstektonik gegenüber der Faltung. Aufschiebungs- und Schrägaufschiebungssysteme dominierten während dieses Stadiums die Deformation und es kam zur Heraushebung des Gebirges.

Durch die Störungsaktivität wurden bereits vorhandene Gangsysteme reaktiviert, und neue Gänge angelegt. In der Spätphase dieser Heraushebung kam es wiederum zu schrägabschiebenden, raumschaffenden Bewegungen.

Besonders im Bereich der Betzdorf-Weidenauer Schuppenzone kam es dabei zur Aufwärtsbewegung Hydrothermaler Fluide und der Bildung goldführender Quarz-Kobalt- ± Kupfererzgänge. Einer der bedeutendsten Vererzungen dieser Art findet sich in der Kirchener Schuppe auf der Kobalterzgrube Alexander , einige hundert Meter weiter südlich des Standortes gelegen.

Weitere Kobalterzvorkommen finden sich auf den Gruben Alexis, Alexandrine, Junger Alexander, Junger Wald und Rehzug.

Verfasser: Dr. Andre Hellmann