Glaswerke Verallia (Wirges): Unterschied zwischen den Versionen

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Durch Mißwirtschaft der Verwaltung geriet die Firma 1901 in Konkurs. 1902 erwarb die Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vormals Friedrich Siemens Dresden die Fabriken in Wirges. Zur Übernahme gehörten die Fabrikanlagen mit der Flaschenfabrik, Chamottefabrik und Verschlussfabrik in Wirges und der Standort Bad Nauheim.<br>
 
Durch Mißwirtschaft der Verwaltung geriet die Firma 1901 in Konkurs. 1902 erwarb die Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vormals Friedrich Siemens Dresden die Fabriken in Wirges. Zur Übernahme gehörten die Fabrikanlagen mit der Flaschenfabrik, Chamottefabrik und Verschlussfabrik in Wirges und der Standort Bad Nauheim.<br>

Version vom 19. September 2025, 13:06 Uhr

Historisches Wirges (Wirges)
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Eine Glasfabrik für Wirges

Im Jahr 1892 beantragte die „Fabrik feuer- und säurefester Produkte Aktien Gesellschaft" mit dem Sitz in Vallendar den Bau für eine Chamottefabrik in Wirges. Der Betrieb wurde 1894 begonnen. 310 ortsansässige Arbeiter nahmen die Produktion mit Handformerei sowie Hand und Spindelpressen auf.

Im gleichen Jahr wurde der Antrag zum Bau einer Glasfabrik gestellt. Im November 1895 nahm dieser die Herstellung von Flaschen und Großglas wie Ballonflaschen auf. In Betrieb waren 4 Schmelzwannen Dralle`scher Bauart.

Ende 1896 waren in der Glasfabrik in Wirges über 1.000 Arbeiter beschäftigt. Da es in dieser Region keine Glasfachleute wie Glasbläser gab, warb man diese in den Ostgebieten des Deutschen Reiches, in Ostpreußen, Böhmen und Schlesien an. Für diese neuen Arbeiter, die mit ihren Familien in den Westerwald kamen, musste nun Wohnraum in Wirges geschaffen werden. Parallel zum Aufbau der Glasfabrik entstanden mehrere Arbeitersiedlungen in Wirges. Diese waren "Vor der Asbach I und II" sowie "Am Dornberg I".

Im Jahr 1896 lebten in den werkseigenen Wohnungen 122 Familien mit 683 Personen. Weitere 82 Wohnungen entstanden Am Dornberg II und III.

1896 gründete das Werk eine eigene Werkfeuerwehr, die auch für die umliegenden Gemeinden tätig war.

Im Jahr 1897 nahm die chemische Fabrik die Produktion auf. Diese war zuvor auf dem Gelände der Glasfabrik errichtet worden. Hier wurde unter Anderem Salzsäure hergestellt.
Die Glasfabrik wurde auf jetzt 6 Wannen erweitert. Weitere zwei Wannen waren beantragt.

1898 waren folgende Abteilungen in Betrieb:

  • Chamottefabrik
  • Glasfabrik
  • Verschlußfabrik
  • Chemische Fabrik

Siemens in Wirges

Durch Mißwirtschaft der Verwaltung geriet die Firma 1901 in Konkurs. 1902 erwarb die Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vormals Friedrich Siemens Dresden die Fabriken in Wirges. Zur Übernahme gehörten die Fabrikanlagen mit der Flaschenfabrik, Chamottefabrik und Verschlussfabrik in Wirges und der Standort Bad Nauheim.

Friedrich Siemens begann sofort mit der Modernisierung des Betriebes, indem er neue Wannenschmelzöfen baute. Mit dieser Erfindung legte er den Grundstein für die deutsche Flaschenindustrie.

1894 Die Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vormals Friedrich Siemens Dresden, hatte den staatlichen Mineralbrunnen in Fachingen gepachtet. Nach dessen Tod 1904 wurde der Vertrag unter Siemens Erben weitergeführt. Weitere Brunnen an der Lahn erhielten Glasflaschen womit das Schicksal der Krugbäckereien, als ehemalige Zulieferer, besiegelt war. 1913 Vertraglich waren noch Lieferungen von 2 Mio Tonkrügen festgelegt. (Liste Kreisbildarchiv).

Die Glasflasche trat ihren Siegeszug an.

1911 wurde die erste Owens-Flaschenmaschine an der Schmelzwanne III aufgestellt, (Foto) Tagesproduktion 20.000-25.000 Flaschen 1912 folgte eine weitere Owens-Maschine. Die maschinell hergestellten Flaschen zeichneten sich durch größere Bruchfestigkeit sowie Gleichmäßigkeit des Gewichtes und Inhaltes aus. Nach und nach verdrängten diese Maschinen die mundgeblasenen Flaschen. Für Spezial-Produkte wurde immer noch die Fertigkeit der Glasbläser benötigt. Owens-Flaschenmaschine war ein amerikanisches Patent. 1912 Neue elektrische Zentrale. 1913 beging die Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vormals Friedrich Siemens ihr 25 jähriges Jubiläum. 1917 erwarb die Aktiengesellschaft für Glasindustrie in Wirges die an das Werksgelände anschließenden Tonfelder und Belehnungen, Werksstilllegungen infolge der Ruhrbesetzung 1923-24 Weltwirtschaftskrise 1930-1933. Ende 1933 kam die Schamottefabrik sowie die Glashütte mit 2 Schmelzwannen und 2 Owensmaschinen mit etwa 550 Beschäftigten wieder in Betrieb. 1934 wurde an der Wanne III eine Anlage zur Herstellung von Rohglas und Drahtglas im Handgießverfahren errichtet,

1943 erfolgte die Umbenennung in Siemens Glas AG.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieb nur das Werk Wirges im Bundesgebiet alle übrigen Werke von Siemens-Glas lagen in den verlorenen Ostgebieten oder in der sowjetischen Besatzungszone. Es handelte sich um die Werke Usch, Gertraudenhütte, Neusattl, Kosten, Mediasch und Graz in der Tschechoslowakei, Polen, Rumänien und Österreich. In der sowjetischen Besatzungszone Dresden, Berlin-Stralau, Freital-Döhlen und Pirna. 1948 Verlegung des Hauptsitzes von Dresden nach Wirges aufgrund der Zonentrennung durch Generaldirektor Dr. Niclassen. Gegen Ende 1950 geregelte Produktionsverhältnisse. Neu Fabrikation mit technischen Gläsern, gepreßtem Bauglas und Glasdachziegeln. 1950 startet eine neue Abteilung für Wandler und Transformatoren WTW. Mangelnde Sparsamkeit, unglückliche Personalpolitik und unüberlegte Investitionen führen schließlich 1957 zum Konkurs.

Rettung und Neubeginn 1957 durch Dr. Werner Wodrich und weitere Geldgeber.

Schon im Januar 1958 nahm die Glashütte wieder den Betrieb auf, wenige Monate später auch die übrigen Betriebsteile Schamotte, Tongruben und die WTW ihre Arbeit wieder auf. Seit dem 30. Juni 1959 firmierte das Werk als WESTERWALD AG vormals Siemens Glas. Später Westerwald AG für Silikatindustrie und Solaris Glas

Die Westerwald AG kam zu Ruhrglas Essen später VEBA

1988 Verkauf aller Ruhrglaswerke an Oberland Glas AG

1989 Verkauf WTW an Firma Ritz

2000 Verkauf Schamotte an Firma Rath/A

2000 Saint Gobain (F) Oberland Glas Werk Wirges

2005 Verkauf Glassteinproduktion an SEVES/Italien

2010 Einführung der Marke Verallia

2015 Verallia Apollo (US+F)

2016 Firmenname Verallia Eigenständige Gruppe mit 10.000 Mitarbeitern