Grube Alexander (Kirchen): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | befand sich einst das bedeutendste Kobalterzbergwerk der ehemaligen Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Es war benannt nach dem Markgrafen Christian Friedrich Carl Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth.<br> | ||
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| + | Der einst bedeutende Kobalterzgang wurde 1780 von einem betrunkenen Bauern und Bergmann namens Johannes Peter Brühl zufällig an dem einige Meter emporragenden, quarzigen Gangausbiss, "keinen Büchsenschuss von dem Sitz des Kirchener Bergamtes entfernt“, entdeckt.<br> | ||
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| + | Bereits am 3.10.1780 wird das Bergwerkseigentum unter dem Namen „Alexander“ einer Gewerkschaft mit 128 Anteilen (Kuxen), bestehend aus Johannes Peter Brühl aus Kirchen, Johan Gerlach Brühl aus Dermbach | ||
| + | und Tillmann Hartmann sowie den Gebrüdern Heupel aus Eiserfeld verliehen. 1782 treten als weitere Gewerken der Geheime Kriegs- und Etatsminister sowie Besitzer des Blaufarbenwerks Hasserode im Harz, Friedrich Sigismund Waitz von Eschen zu Hessen-Kassel und Georg Utsch zu Gosenbach in Erscheinung.<br> | ||
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| + | Ersterer gelangte bis 1802 in den Besitz der Kuxenmehrheit. Die Kobalterze wurden in Schwarzenau | ||
| + | im Wittgensteinischen geröstet und dann weiter zum Blaufarbenwerk in Hasserode transportiert. Auf dem Rückweg brachten die Fuhrleute Nordhäuser Korn ins Siegerland.<br> | ||
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| + | Nach anfänglichem Kobalterzabbau mit Schürfpingen und kleinen Schächten sowie der Anlage eines oberen und mittleren Stollens, wurde 1786 der an dieser Stelle befindliche Alexander Erbstollen vorgetrieben. | ||
| + | Bergrat Cramer berichtet im Quartal Crucis 1788 an den Markgrafen Alexander:<br> | ||
| + | ''„Der Alexander bleibt die Krone unseres Bergbaus. Der tiefe am Siegfluss angefangene Stollen ist nun durchschlägig, und die edlen Kobaltanbrüche halten an so daß wieder eine Ausbeute, wie wol diesmal nur | ||
| + | von 5 Fl. Pro Kux ausgeschlagen werden können.“''<br> | ||
| + | Das Kobalterzvorkommen sollte sich als sehr reich und edel, jedoch räumlich begrenzt erweisen. Zwischen zwei geologischen Störungen, die den Erzgang abschnitten, wurde von über Tage eine kontinuierlich | ||
| + | reiche Kobalterzführung auf einer Länge von 46 Metern bei einer Mächtigkeit von bis zu 3 Metern in die Tiefe verfolgt.<br> | ||
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| + | 1794 besuchte Alexander von Humboldt als Oberbergrat die Grube und fertigte einen sehr anschaulichen Bericht über das Bergwerk an, wobei er bereits die Anlage einer Wasserkunst empfahl.<br> | ||
| + | Nachdem die weitere Untersuchung der Fortsetzung des Erzgangs nach Westen nur geringe Kobaltgehalte erbrachte und die weitere Erkundung nach Osten wegen der Nähe zum Siegfluss aus Furcht vor Wasserzuflüssen unterblieb, führte der Weg nur noch in die Tiefe.<br> | ||
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| + | Durch den eingebrochenen Absatz für Blaufarben in Folge des Revolutionskrieges und der dringend notwendig gewordenen Investition in eine Wasserkunst zur Hebung des Wassers aus dem bereits 23 Meter | ||
| + | unter dem Erbstollen fortgeschrittenen Abbau ruhte der Betrieb zwischen 1802 und 1811.<br> | ||
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| + | Der Bau der Wasserkunst erfolgte schließlich 1814/15, wobei vor dem Stollen eine Radstube mit einem unterschlächtigen Wasserrad mit einem Durchmesser von 6,90 Meter errichtet wurde. Die Wasserzuleitung | ||
| + | für den Antrieb des Wasserrads erfolgte in einem offenem Graben parallel der Sieg aus dem Bereich der unteren Asdorf.<br> | ||
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| + | Ab 1818 wurden die Kobalterze der Grube Alexander auf dem Gosenbacher Aufbereitungswerk gepocht. Im Jahr 1840 verkaufte die Unternehmerfamilie Waitz von Eschen das Bergwerk an das Blaufarbenwerk Horstmann zu Werden an der Ruhr.<br> | ||
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| + | Sinkende Kobalterzpreise durch Verbreitung des künstlichen Ultramarins und Wasserhaltungsprobleme führten 1848 zur Betriebseinstellung, nachdem der Tiefbau mittels Wasserkunst auf dem edlen Gangstück | ||
| + | eine Teufe von 50 Meter unter dem Siegspiegel erreicht hatte.<br> | ||
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| + | Unter dem Namen „Friedrich“, benannt nach dem Antragsteller der Schürfberechtigung (Muter) Obersteiger Friedrich Morgenschweis aus Niederfischbach, erfolgte am 14.01.1887 eine Neuverleihung des Bergwerkseigentums. Es kam jedoch zu keinem geregelten Betrieb mehr. | ||
Version vom 15. Oktober 2026, 13:03 Uhr
| Grube Alexander (Kirchen) | |
|---|---|
| GeoTop im Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus | |
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| Steckbrief | |
| Abbau auf: | Kobalt |
| Beschäftigte: | unbekannt |
| direkter QR-Code zur Seite | |
| www.qltr.de/qrka0122 | |
| www.qltr.de/dswf53 | |
Unweit des heutigen Stollenportals,etwas weiter südwestlich an der sogenannten Alexanderhardt
befand sich einst das bedeutendste Kobalterzbergwerk der ehemaligen Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Es war benannt nach dem Markgrafen Christian Friedrich Carl Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth.
Der einst bedeutende Kobalterzgang wurde 1780 von einem betrunkenen Bauern und Bergmann namens Johannes Peter Brühl zufällig an dem einige Meter emporragenden, quarzigen Gangausbiss, "keinen Büchsenschuss von dem Sitz des Kirchener Bergamtes entfernt“, entdeckt.
Bereits am 3.10.1780 wird das Bergwerkseigentum unter dem Namen „Alexander“ einer Gewerkschaft mit 128 Anteilen (Kuxen), bestehend aus Johannes Peter Brühl aus Kirchen, Johan Gerlach Brühl aus Dermbach
und Tillmann Hartmann sowie den Gebrüdern Heupel aus Eiserfeld verliehen. 1782 treten als weitere Gewerken der Geheime Kriegs- und Etatsminister sowie Besitzer des Blaufarbenwerks Hasserode im Harz, Friedrich Sigismund Waitz von Eschen zu Hessen-Kassel und Georg Utsch zu Gosenbach in Erscheinung.
Ersterer gelangte bis 1802 in den Besitz der Kuxenmehrheit. Die Kobalterze wurden in Schwarzenau
im Wittgensteinischen geröstet und dann weiter zum Blaufarbenwerk in Hasserode transportiert. Auf dem Rückweg brachten die Fuhrleute Nordhäuser Korn ins Siegerland.
Nach anfänglichem Kobalterzabbau mit Schürfpingen und kleinen Schächten sowie der Anlage eines oberen und mittleren Stollens, wurde 1786 der an dieser Stelle befindliche Alexander Erbstollen vorgetrieben.
Bergrat Cramer berichtet im Quartal Crucis 1788 an den Markgrafen Alexander:
„Der Alexander bleibt die Krone unseres Bergbaus. Der tiefe am Siegfluss angefangene Stollen ist nun durchschlägig, und die edlen Kobaltanbrüche halten an so daß wieder eine Ausbeute, wie wol diesmal nur
von 5 Fl. Pro Kux ausgeschlagen werden können.“
Das Kobalterzvorkommen sollte sich als sehr reich und edel, jedoch räumlich begrenzt erweisen. Zwischen zwei geologischen Störungen, die den Erzgang abschnitten, wurde von über Tage eine kontinuierlich
reiche Kobalterzführung auf einer Länge von 46 Metern bei einer Mächtigkeit von bis zu 3 Metern in die Tiefe verfolgt.
1794 besuchte Alexander von Humboldt als Oberbergrat die Grube und fertigte einen sehr anschaulichen Bericht über das Bergwerk an, wobei er bereits die Anlage einer Wasserkunst empfahl.
Nachdem die weitere Untersuchung der Fortsetzung des Erzgangs nach Westen nur geringe Kobaltgehalte erbrachte und die weitere Erkundung nach Osten wegen der Nähe zum Siegfluss aus Furcht vor Wasserzuflüssen unterblieb, führte der Weg nur noch in die Tiefe.
Durch den eingebrochenen Absatz für Blaufarben in Folge des Revolutionskrieges und der dringend notwendig gewordenen Investition in eine Wasserkunst zur Hebung des Wassers aus dem bereits 23 Meter
unter dem Erbstollen fortgeschrittenen Abbau ruhte der Betrieb zwischen 1802 und 1811.
Der Bau der Wasserkunst erfolgte schließlich 1814/15, wobei vor dem Stollen eine Radstube mit einem unterschlächtigen Wasserrad mit einem Durchmesser von 6,90 Meter errichtet wurde. Die Wasserzuleitung
für den Antrieb des Wasserrads erfolgte in einem offenem Graben parallel der Sieg aus dem Bereich der unteren Asdorf.
Ab 1818 wurden die Kobalterze der Grube Alexander auf dem Gosenbacher Aufbereitungswerk gepocht. Im Jahr 1840 verkaufte die Unternehmerfamilie Waitz von Eschen das Bergwerk an das Blaufarbenwerk Horstmann zu Werden an der Ruhr.
Sinkende Kobalterzpreise durch Verbreitung des künstlichen Ultramarins und Wasserhaltungsprobleme führten 1848 zur Betriebseinstellung, nachdem der Tiefbau mittels Wasserkunst auf dem edlen Gangstück
eine Teufe von 50 Meter unter dem Siegspiegel erreicht hatte.
Unter dem Namen „Friedrich“, benannt nach dem Antragsteller der Schürfberechtigung (Muter) Obersteiger Friedrich Morgenschweis aus Niederfischbach, erfolgte am 14.01.1887 eine Neuverleihung des Bergwerkseigentums. Es kam jedoch zu keinem geregelten Betrieb mehr.