Grube Georg (Willroth)

Aus QR-KULTUR
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grube Georg (Willroth)
GeoPunkt im
Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus
Die Karte wird geladen …
Steckbrief
Erstverleihung: 0000
Besuch auf dem Förderturm
Adresse: Grubenstraße
56594 Willroth
Internetseite: www.vg-ak-ff.de
Telefon Tourist-Büro: 02681 85 193
Öffnungszeiten: nach Anmeldung
Gruppenführungen nach Anmeldung
QR-Codes mit Weiterleitungsseiten
www.qltr.de/wke005 www.qltr.de/eb004
direkter QR-Code zur Seite
www.qltr.de/qrka0023


HINWEIS: In der Kategorie "Grube Georg (Willroth)" finden Sie weitere Artikel und Literaturhinweise.



Das heute noch weithin sichtbare Fördergerüst der Grube Georg an der Autobahn A3 ist das letzte des Westerwälder-Siegerländer Erzbergbaus. Im Rahmen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Bergwerk zu einem der bedeutendsten in der Region.

Die Anfänge auf dem Willrother Berg[1]

Aus der Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf geht hervor, dass der Bergbau rund um Horhausen bereits im 14. Jahrhundert betrieben wurde. Von 1338 bis 1664 waren die dortigen Bergwerke als Trierisches Lehen im Besitz der Grafen von Isenburg. Ab 1664 waren Kur-Trier und die Grafen von Nassau-Weilburg die Eigentümer.

Die erste Maschinenschachtanlage[2]

Der Willrother Bergbau, der seit 1769 im Abbau stand, unterstand dem Sayner Hüttenamt. Der Pingenbetrieb erwies sich hier als ergibig. Zur Teufe hin trat hier schnell Spateisenstein auf. Der oberflächennahe Brauneisenstein kam nur in geringen Mengen vor. In den oberen Teufen traten anfangs noch starke Blei- und Kupfererze auf, die dann jedoch schnell weniger wurden.

Bereits 1811 entscheid man sich daher zum Bau des "Tiefen Georgstollens", der das Vorkommen in etwa 70 Metern Teufe unterfuhr und den Betrieb in das tieferliegende Grenzbachtal entwässerte. Bis 1882 erfolgte der Abbau der Erze nur oberhalb dieser Stollensohle[3].

Der Abbau in ersten Gesenken unterhalb der Stollensohle zeigte sich weiter ergibig, so dass man sich spätestens 1869 für den Bau einer Schachtanlage entschied. Bereits 1857 hatte man die ebenfalls auf dem Horhauser Gangzug liegende Grube Griedrich Wilhelm als erstes Bergwerk in der Region mit einer Dampfmaschine ausgestattet. Diesem Beispiel wollte man nun folgen. Diese Anlage diente für die nächsten 30 Jahre als Förderschacht.[4]

1815 erwarb der preußische Staat die Grube Georg und die Grube Louise und verkaufte diese 1865 an die Firma Alfred Krupp (Essen)[5].

Ein zweiter Schacht?

Im Jahr 1901 findet sich im Zechenbuch ein Vermerk, dass man etwa 100 Meter südwestlich des ersten Maschinenschachts einen neuen Schacht abteufen wird. Vermutlich war dies aufgrund der zu kleinen Dimension des bisherigen Maschinenschachts erforderlich geworden. Dieser sollte mit Querschlägen auf der 100- und 195-Meter-Sohle angebunden werden. Beim Vortrieb traf man hier jedoch auf schlechte geologische Verhältnisse. Zudem hatte man in der Nähe des Schachtpunktes abbauwürdige Erzvorkommen angetroffen, so dass man das Vorhaben einstellte[6].

Die Grube gewinnt an Teufe

Bereits im September 1902 steht die Grube wieder in vollem Betrieb. Die Erweiterung des Schachtes hatte man auch für das weitere Abteufen genutzt. 1903 wird die 231-Meter-Sohle aufgeschlossen. Kurz zuvor, im Jahr 1898 hatte man bereits den Förderturm in ein Stahlgerüst umgebaut. Mit der Erweiterung der Seifahrtgenehmigung konnte man nun den Betrieb der Grube Georg deutlich verbessern.[7]

Im Jahr 1892 wird das Grubenfeld Girmscheid von der Firma Krupp den Fürsten zu Wied abgekauft und mit der Grube Georg vereinigt. 1909 wird dieser Bereich erstmals auf der 230-Meter-Sohle von Grube Georg aus unterfahren[8].

Zwischen 1929 und 1932 wird das Eiserne Fördergerüst erneuert.

Auf der Suche nach neuen Erzvorkommen

Von der Grube Georg aus wurden verschiedene Untersuchungsarbeiten vorangetrieben. Hiermit versuchte man neue Erzvorkommen zu erkunden.

Zwischen 1953 und 1961 trieb man auf der 500-Meter-Sohle eine Strecke unter das Feld Catharinenglück. Mit mehreren Suchquerschlägen erreichte der Stollenvortrieb eine Gesamtlänge von 4.700 Metern. Hier traf man jedoch nur verquarzte, unabbauwürdige Gangzonen an[9].


Fotos von Grube Georg


Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang

  1. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf
  2. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  3. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf
  4. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  5. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf
  6. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  7. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  8. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf
  9. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf