Germania-Brauerei (Wissen)

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Das Brauereihandwerk in Wissen blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1722 soll hier das erste Bier gebraut worden sein. Um 1850 gab es im Westerwald bereits über 150 Brauereien.

Im letzten jahhundert zählte die Brauerei in Wissen, gemeinsam mit dem Betrieb in Niederschelderhütte, zu den größten Werken im Westerwald. Als Grund für die Auswahl des Standortes dienten hier die großen Industriebetriebe mit ihren zahlreichen Arbeitern. In Niederschelderhütte war dies die Charlottenhütte und in Wissen die Alfredhütte.

1875 wurde die Wissener Brauerei eröffnet. Der Brauer Jean Schäfer legte hierzu den Grundstein. 1882 ging diese dann in den Besitz der Berüder Haas über. Diese konnten den Umsatz deutlich steigern. Im späteren Verwaltungsgebäude wurde ein Ausschank eingerichtet, in dem sich besonders die musterungsreifen wissener Burschen aufhielten.

1885 wird mit dem Bau eines Sudhauses und einer Remise begonnen. Die Architektur orientierte sich dabei am Baustil der Malakow-Schachttürme der Bergbauindustrie der 1850er Jahre. In den 1980er Jahren wurde das markante Sudhaus unter Denkmalschutz gestellt.

1887 wurde die Brauerei in die "Sieg-Rheinische Brauerei m.b.H." unter der Geschäftsführung von Emil Buchholz umgewandelt. Noch im gleichen Jahr wurde das zuvor mit Holzfeuerung betriebene Sudhaus auf Dampfkraft umgestellt. Für das neue Doppelsudwerk wurde nun ein Kesselhaus und ein Schornstein errichtet. Die Familie Buchholz sollte für die nächsten 30 Jahre im Besitz der Bruaerei bleiben.

Die Qualität des Wissener Bieres wurde mehrfach ausgezeichnet. Bereits vor 1900 erhielt die Brauerei auf Ausstellungen in Paris, Triest und München goldene Medaillen.

1896 wurde die Brauerei deutlich erweitert. 1904 errichtete man für den Brauereidirektor ein schmuckes Wohnahus in der Heisterstraße, so dass dieser das Brauereigebäude jederzeit schnell erreichen konnte. Die Gesamtanlage wurde zudem durch eine Halle mit VErladeeinrichtung erweitert.

Die bisherige 30-PS-Dampfmaschine musste im Jahr 1906 gegen eine stärkere 100-PS-Dampfmaschine verstärkt werden, da die ständige Vergrößerung des Betriebs


Verwendete Literatur: Heft 38 DER SCHRIFTENREIHE WISSENER BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE UND LANDESKUNDE, Arbeitsgruppe Brauerei, Rolland, H; Wagner, B.; Hrsg.: Stadt Wissen; Roth 2017.