Grube Apfelbaumer Zug (Brachbach)

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Grube Apfelbaumer Zug (Brachbach)
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Steckbrief
Abgebaute Erze: Braun- u. Spateisenstein,
Kupfererze
Erste Verleihung: vor 1720
Gesamtteufe: ca. 450 m
Gesamtförderung: --
Erster Tiefbau: 1860
Belegschaft: bis zu 400 Mann
Stilllegung: 1927
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Die Geologischen Voraussetzungen der Grube Apfelbaumer Zug

Das Bergwerk liegt im Bereich des Steinebach-Brachbacher Gangzugs. Dieser beginnt im Süden bei Hommelsberg, erstreckt sich nördlich über Steinebach, Kausen, Schutzbach und Sassenroth bis nach Brachbach. [1]
Parallel zum sogenannten Hohe Hardter Quarzgangzug verläuft von Niederschelden bis zum Wernsberg ein mächtiger Quarzgang. Dieser beginnt südlich der Hohen Ley Eisenerz zu führen. Hier baute die Grube Apfelbaumer Zug ab. Die abbauwürdigen Erzvorkommen mit einer Mächtigkeit von bis zu 5 Metern spalten sich in verschiedene Vorkommen auf.[2]
Auf der Grube Apfelbaumer Zug treten zwei Gangmittel auf. Das westlich gelegene Kirschbaumer-Mittel war nur bis zur tiefen Stollensohle abbauwürdig. Der Hauptgang wurde auf 320m Länge aufgeschlossen. Die zwei bsi drei Meter mächtigen Erzvorkommen wurden bis zur 8. Tiefbausohle abgebaut. [3]

Auf der 6. Sohle wurden vom Schacht Apfelbaum aus auch die Erzvorkommen der Grube Ecke (Brachbach) mit abgebaut. Die traf man auf grobblättrigem, sehr manganreichem Spateisenstein, der arm an Kupferkies war. Der Erzgang wurde durch einen Basaltgang durchkreuzt. Eisenglanz und Rotspat traten hier ebenfalls vermehrt auf, erreichten aber keine verwertbaren Mengen. [4]

Die Einrichtung der Tiefbauanlage der Grube Apfelbaum

Die Tiefbauanlage der Grube Apfelbaum wurde im Jahr 1880/81 zur Ausführung gebracht. Hierbei wurde für die Dimensionierung zunächst von einer monatlichen Förderung von 300 Lorenladungen zu je 5 Tonnen an 25 Arbeitstagen ausgegangen. Der Förderleistung von 60 Tonnen am Tag lag eine Arbeitszeit von 6 Stunden zu Grunde. Die maximale Förderteufe sollte bis zu 225 Metern reichen, also etwa 150 Meter unter der Sohle des Tiefen Stollens.[5]

Die Grube wurde von der bisherigen Stollenförderung auf eine billigere Schachtförderung umgebaut. Hierdurch konnten neue Tagesanlagen, wie die Erzwäsche oder Röstöfen, direkt am Schachtpunkt errichtet werden. Der Erztransport sollte dann in einem zweiten Schritt über eine Drahtseilbahn zur etwa 1,5 Kilometer entfernten Eisenbahnstation erfolgen. Durch das natürliche Gefälle konnte man die Seilbahn ohne "besondere Betriebskraft" betreiben.[6]

Die Wasserhaltung der Grube erfolgte nun bis auf die Sohle des Tiefen Stollens. Von hier aus wurde nur noch das für den Betrieb der Dampfmaschine erforderliche Wasser mit einem Drucksatz bis zur Tagesanlage gepumpt. Dieses "Speisewasser" wurde in einem Bassin am Schornstein sowie einem weiteren im Boden des Maschinenhauses gesammelt.
Für die Wasserhaltung wurde eine einzylindrische Dampfmaschine mit Balancier errichtet. Diese Kley'sche Wasserhaltungsmaschine war eine der ersten dieser Bauart im Bergbaubezirk.
Zum Abteufen des Schachtes wurde auf der ersten Tiefbausohle, 60 Meter unterhalb des Tiefen Stollens, eine Kolbenhebepumpe mit Saugsatz aufgestellt, die das Abteufen des weiteren Schachtes ermöglichte.[7]

Die Förderung erfolgte nun über eine Zwillingsfördermaschine mit konischen Seilkörben. Die schmiedeeiserne Seiltrommel besaß eine Bremse, die über einen Tritthebel und auch über einen kleinen Dampfzyliner festgestellt werden konnte.[8]
In der Anfangszeit wurden die Kohlen für den Betrieb der Dampfmaschine noch durch den Tiefen Stollen bis zum Schacht gefahren und von dort bis zum Kesselhaus auf der Tagessohle gehoben. Später wurde diese mit der Seilbahn als Rückfracht vom Bahnhof aus herantransportiert.[9]

Die Förderung erfolgte über zwei Seilscheiben mit 2 Metern Durchmesser, die auf einem 10 Meter hohen, gusseisernen Trägern über der Hängebank angebracht waren. Etwa 2,70 Meter über der Hängebank war eine zweite Auffahrtbühne angebracht. Das nicht mehr benötigte Gestein, die Berge, wurde bis auf diese Höhe heraufgezogen. Somit konnte man diese nun in die nahegelegenen, etwas höher liegenden alten Pingen verstürzen.[10]

Die Kosten für die neue Tagesanlage waren hoch. Für die Errichtung der Gebäude entstanden Kosten von 21.000 Mark. Die teschnische Ausstattung mit u.a. Dampfmaschine, Maschinen und Seil betrug weitere 54.000 Mark. Pro Meter Schachtteufe steigerten sich die Kosten um weitere 1.500 Mark.[11]

Förderzahlen der Grube Apfelbaumer Zug

Förderzahlen der Grube Apfelbaumer Zug (Brachbach) [12]
Jahr Menge in t
1897 29.446
1898 33.172
1899 32.549
1900 32.005
1901 29.015
1902 29.459
1903 43.330
1904 44.609
1905 50.545
1906 52.036
1907 43.202
1908 23.225



Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang

Literaturverzeichnis

  1. Slotta, R. (1980): Das Schachtgebäude Apfelbaumer Zug. In: Deutsches Bergbaumuseum, Der Anschnitt.
  2. Slotta, R. (1980): Das Schachtgebäude Apfelbaumer Zug. In: Deutsches Bergbaumuseum, Der Anschnitt.
  3. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 111
  4. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 111
  5. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 256
  6. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 256
  7. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 256
  8. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 256
  9. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 256
  10. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 257
  11. vgl. Macco, H. (1882): Tiefbauanlagen des Siegener Eisenstein-Bezirkes. In: Peters, Th., Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Band XXVI. Selbstverlag, S. 257
  12. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 112