Firma Jung-Jungenthal (Kirchen)

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Firma Jung-Jungenthal (Kirchen)
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Die Geschichte des Industrieunternehmens Jung im Jungenthal reicht bis weit in das 18. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1758 gründete Johann Christian Jung (1732–1808), Sohn eines Kirchener Schulmeisters und Küsters, zunächst ein kleines Webereigeschäft. . Die Baumwolle wurde anfangs noch in Heimarbeit versponnen und anschließend unter anderem nach Elberfeld geliefert. Nebenbei betrieb er eine Wirtschaft und eine Lebkuchenbäckerei

1793 übernahm Johann Christian Jung die Baumwollspinnerei in der Freusburgermühle. Wenige Jahre später, 1798, errichtete er im später nach der Familie benannten Jungenthal eine eigene Spinnerei. Seine Nachkommen bauten den Betrieb weiter aus. In seiner Blütezeit beschäftigte das Unternehmen mehrere hundert Menschen und gehörte damit zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region.

Der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 und damit verbundene Baumwollspekulationen brachten das Familienunternehmen jedoch in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Teile des Besitzes gingen verloren. Gustav Jung gelang es, einen Teil aus der Konkursmasse zurückzuerwerben und damit die Grundlage für einen späteren Neuanfang zu bewahren.

Diesen wagte sein Sohn Arnold Jung (1859–1911). Nach seiner Ausbildung und einem Studium des Berg- und Hüttenwesens gründete er gemeinsam mit dem Lokomotivfachmann Christian Staimer am 13. Februar 1885 die Firma „Jung & Staimer“. In den Gebäuden der ehemaligen Baumwollspinnerei begann damit ein völlig neues Kapitel der Industriegeschichte im Jungenthal.

Bereits am 3. September 1885 verließ die erste Lokomotive das Werk. Zunächst wurden vor allem kleine Dampf- und Feldbahnlokomotiven hergestellt. Mit dem Bahnanschluss des Werkes verbesserten sich die Transportmöglichkeiten erheblich, und die Produktion wuchs rasch. Schon bald wurden Lokomotiven aus Jungenthal nicht nur in Deutschland, sondern in viele Länder der Welt geliefert.

Aus dem einstigen Textilstandort entwickelte sich eine der bedeutendsten deutschen Lokomotivfabriken. Insgesamt entstanden in Jungenthal mehr als 12.000 Lokomotiven unterschiedlichster Bauarten. Eine besondere Bedeutung erlangte das Werk durch den Bau von Industrie-, Feldbahn- und Staatsbahnlokomotiven. Die Lokomotivproduktion prägte das Jungenthal und die Stadt Kirchen über viele Jahrzehnte und machte den Namen „Jung“ weit über die Region hinaus bekannt.


Verfasser:Sven Wolff

Literaturverzeichnis